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Stellungnahme zur Medienmitteilung des Gemeinderats Weisslingen

Am 30. August 2023 veröffentlichte der Gemeinderat Weisslingen eine Medienmitteilung, in der er Windenergie in Weisslingen grundsätzlich ablehnt.

Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:

Wir als Förderverein Windenergie begrüssen, dass sich der Gemeinderat Weisslingen Gedanken zum Klimaschutz macht und seine Bereitschaft zu Massnahmen erklärt. Wir wundern uns allerdings, dass er sich in dieser Medienmitteilung gegen die naheliegendste, am schnellsten umsetzbare und kostengünstigste Massnahme ausspricht, die auch noch innerhalb seiner Einflusssphäre liegt – nämlich die Windenergie. Es wird leider auch nicht aufgezeigt, welche Strategie die Gemeinde Weisslingen beim Klimaschutz fährt, welche konkreten Schritte sie bereits unternommen hat bzw.  ergreifen will um beizutragen, die 70% Energieimporte (in erster Linie Öl) zu ersetzen.

Gemäss unseren Berechnungen lässt sich mit nur einem einzigen Windrad auf dem Höhenzug zwischen Weisslingen und Russikon der Energieverbrauch sämtlicher Haushalte in den beiden Gemeinden decken. Zwei Drittel der Energieerträge werden im Winterhalbjahr anfallen, wenn auch unser Bedarf insbesondere für Wärmepumpen am höchsten ist und die Solaranlagen weniger Ertrag liefern. Damit reduzieren wir die üblicherweise im Winterhalbjahr notwendigen Stromimporte und sorgen dafür, dass der Stromvorrat in unseren Speicherkraftwerken in den Bergen länger vorhält. Wenn der von diesem einzigen Windrad erzeugte Strom in Wärmepumpen oder Elektroautos genutzt wird, lassen sich damit Jahr für Jahr mehr als 4 Mio. Liter Öl durch einheimische Energie ersetzen.

Der Gemeinderat stellt vor allem die Wirtschaftlichkeit eines Windenergieprojekts auf Gemeindegebiet in Frage. Wir als private Projektinitianten sehen aufgrund der bisher vorliegenden Abschätzungen aus dem Windatlas des Bundesamts für Energie und früherer Messungen am Lindenberg sehr wohl eine grosse Chance, ein solches Projekt wirtschaftlich zu betreiben. Vorgesehen ist, das Projekt als Windkorporation zu erstellen, so dass sich die lokale Bevölkerung beteiligen kann und dann auch von den Energieerträgen profitiert. Wir sind so überzeugt von den Chancen dieses Projekts, dass wir rund 20‘000 Franken aus privaten Mitteln investieren, um diesen Herbst Windmessungen im entsprechenden Gebiet durchzuführen. Im nächsten Frühjahr werden wir mit diesen Daten eine umfassende Beurteilung der Wirtschaftlichkeit vornehmen und über den Weiterzug des Projekts bestimmen.

Wir bezweifeln, dass der Gemeinderat Weisslingen zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der Lage ist, die Rentabilität des Projekts zu beurteilen. Wir stellen dazu fest, dass es nicht Aufgabe des Gemeinderats ist, über die Wirtschaftlichkeit privater Investitionsprojekte zu entscheiden oder sich dazu zu äussern.

Es ist richtig, dass für das Projekt eine kleine Fläche von rund 70 x 70 m Wald gerodet werden müsste. Der Gemeinderat vergisst dabei allerdings, dass in den Hackschnitzelanlagen der Gemeinde jährlich die vierfache Menge an Holz verbrannt wird.

Entgegen der Medienmitteilung der Gemeinde Weisslingen sind durch die geplante Anlage jedoch keine Natur- und Landschaftsschutzgebiete und auch keine kommunalen Objekte im Naturschutzinventar tangiert.

Gerne steht der Förderverein zur Verfügung, um sich an Diskussionen, die im Gemeinderat zum Thema angeregt werden, zu beteiligen.
Vor- und Nachteile sollten objektiv, faktenbasiert und mit Sachkenntnis diskutiert werden.